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Leuphana Universität Lüneburg

Lehraufträge am Leuphana College:

Medizinische Versorgung und Gesundheitsfürsorge in römischer Kaiserzeit, Spätantike und Frühmittelalter
(Seminar, 2 SWS, Wintersemester 2011/2012, Modul "Wissenschaft macht Geschichte" des Leuphana Semesters):
Planung und Ausarbeitung der Lehrveranstaltung mit theoretischen und praktischen Übungen zum Seminarthema und zum wissenschaftlichen Arbeiten allgemein; verantwortlich für den Unterricht und die Betreuung und Bewertung von Hausarbeiten.

Idee und prinzipieller Aufbau des Seminars

Das Seminar ist in drei chronologische Blöcke unterteilt, die sich mit römischer Medizin des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, mit medizinischer Versorgung im römischen Militär und in den römischen Provinzen im 3. Jahrhundert und mit Krankenfürsorge und Medizin im frühen Mittelalter, vor allem im 6. Jahrhundert beschäftigen. In allen drei Themenbereichen sollen Fragen nach Gesundheitsfürsorge oder Hygiene als weiterer Aspekt der medizinischen Versorgung ebenfalls betrachtet werden. Unterschiedliche Rollen von Männern und Frauen, von Familienmitgliedern und auf medizinische Bereiche spezialisierte Berufsgruppen sollen dabei ebenfalls im Blick behalten werden.

Im ersten Themenblock, der sich mit römischer Medizin im ersten Jahrhundert n.Chr. beschäftigt, stehen zunächst die schriftlichen Quellen zu antiker Medizin und Biographien bzw. Lebensgeschichten von römischen Ärzten im Mittelpunkt. In einem zweiten Schritt werden anhand von Funden und Befunden aus Pompeji bildliche Zeugnisse, Inschriften und Artefakte der materiellen Kultur zur weiteren Betrachtung von Medizin und Gesundheitsfürsorge im ersten Jahrhundert hinzugezogen. In diesem ersten Themenblock sollen von den Studierenden grundlegende Techniken im Umgang mit schriftlichen, bildlichen und materiellen Quellen und dementsprechende Quellenkritik erlernt und eingeübt werden.

Im zweiten Themenblock stehen die medizinische Versorgung des römischen Militärs und der Bevölkerung in den römischen Provinzen nördlich der Alpen im Mittelpunkt; zudem soll die Frage nach Einflüsse römischer Medizin auf Bevölkerungsgruppen außerhalb des römischen Reiches, im sog. freien Germanien, untersucht werden. Ausgehend von den in Themenblock 1 erarbeiteten Ergebnissen werden hier von den Studierenden nun zum einen durch entsprechende Transferleistungen, wie etwa Vergleiche oder Analogieschlüsse, zum anderen durch das erneute Anwenden bereits erlernter Quellenkritik auf schriftliche, bildliche und materielle Zeugnisse neue Erkenntnisse gewonnen.

Ausgestattet mit dem Wissen und der Erfahrung aus den ersten beiden Themenblöcken können sich die Studierenden nun die Quellen zum dritten Themenblock, der sich mit der Medizin im frühen Mittelalter, vor allem im 6. Jahrhundert n.Chr. beschäftigt, erschließen. Inhaltlich wird es in diesem Themenblock zum einen um die erste nachgewiesene europaweite Pestepidemie, die sog. Justinianische Pest, gehen, zum anderen sollen sich die Studierenden mit Nachweise von Krankenfürsorge und Volksmedizin in den Gebieten nördlich der Alpen kritisch auseinandersetzen.

Materielle Kultur als Quelle europäischer Geschichte
(Seminar, 2 SWS, Sommersemester 2012, Komplementärstudium):
Planung und Ausgestaltung der Lehrveranstaltung, der Referats- und Hausarbeitsthemen und der Bibliographie; verantwortlich für den Unterricht und die Betreuung und Bewertung von Referaten und Hausarbeiten.

Idee und prinzipieller Aufbau des Seminars

Im Mittelpunkt des Seminars steht materielle Kultur. Objekte aus der materielle Kultur bzw. Überreste von von Menschen gemachten und benutzten Dingen liegen aus allen Zeiten vor, und anhand dieser Objekte und Artefakte lassen sich viele Aspekte vergangener Lebenswelten und Epochen schlaglichtartig erforschen. Zudem ist die Menschheitsgeschichte ist in weiten Teilen schriftlos, und nur über materielle Kultur zu fassen; in über schriftliche Quellenerfassbaren Zeiten stellt die materielle Kultur eine willkommene Ergänzung historischer bzw. kulturhistorischer Forschung dar. Die Studierenden sollen in diesem Seminar zunächst in einer Einführung mit Theorien und Methoden zum Umgang mit materieller Kultur vertraut gemacht werden und die entsprechende Quellenkritik erlernen (1. Sitzung). Anschließend weiten sie sich anhand von ausgewählten Fallbeispielen von der Steinzeit bis zur Moderne ein thematisch abgegrenztes Gebiet materieller Kultur (2.-5. Sitzung). Sofern organisatorisch möglich, soll eine Sitzung des Blockseminars in einem Museum stattfinden, um eine optimale Anbindung an den Forschungsgegenstands des Seminars zu erreichen.

Die Studierenden üben anhand eines spezifischen, von ihnen gewählten Themas, welches in einer Präsentation im Seminar vorgestellt und im Rahmen einer Hausarbeit vertiefend bearbeitet wird, den Umgang mit verschiedenartigen materiellen Quellen, lernen sie in ihrer Aussagekraft zu bewerten und im Hinblick auf konkrete Fragestellungen zu benutzen. Die im Seminar vorgesehene Präsentation übt das Vortragen eines spezifischen Themas mit Bildmaterial, und in der nachfolgenden Diskussion müssen die Studierenden spontan auf die Fragen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen eingehen und mündlich stringent argumentieren. Die Abfassung einer Hausarbeit übt wichtige Arbeitsweisen ein, wie etwa die Entwicklung einer Fragestellung und deren Bearbeitung in Wort und Bild. Weiterhin wird die formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten geübt. Durch die für das Seminar vorgesehenen Fallbeispiele, die eine große zeitliche Spanne von der Altsteinzeit bis zur Moderne abdecken, erhalten die Studierenden zudem schlaglichtartig einen alternativen Blick auf die europäische Geschichte.